Kostengünstig und schnell: die EN 1090 mit Lorch meistern!

Seit 1. Juli 2014 unterliegen alle Inverkehrbringer von Aluminium- oder Stahltragwerken – egal ob Einmannbetrieb oder Unternehmen mit Hunderten von Mitarbeitern – der Norm EN 1090 und einer damit verbundenen Zertifizierung. Deren Zielsetzung ist es, eine reproduzierbare Qualität der gefertigten Produkte gewährleisten zu können.

Welche Ausführungsklassen gibt es?

Die EN 1090 kennt vier verschiedene Ausführungsklassen, für die auch unterschiedliche Qualifikationen des Schweißaufsichtspersonals erforderlich sind.

  1. Ausführungsklasse EXC1
    Hierunter fallen vorwiegend ruhend beanspruchte Bauteile oder Tragwerke aus Stahl bis zur Festigkeitsklasse S275, wie zum Beispiel:

    • Tragkonstruktionen mit max. zwei Geschossen aus Walzprofilen
    • Tragkonstruktionen mit max. 30° geneigten  Belastungsebenen (z.B. Rampen)
    • Treppen und Geländer in Wohngebäuden
    • Wintergärten an Wohngebäuden
    • Einfamilienhäuser mit bis zu 4 Geschossen

  2. Ausführungsklasse EXC2
    Hierunter fallen vorwiegend ruhend und nicht vorwiegend ruhend beanspruchte Bauteile oder Tragwerke aus Stahl bis zur Festigkeitsklasse S700, die nicht den Ausführungsklassen EXC1, EXC3 und EXC4 zuzuordnen sind.

  3. Ausführungsklasse EXC3
    Hierunter fallen vorwiegend ruhend und nicht vorwiegend ruhend beanspruchte Bauteile oder Tragwerke aus Stahl bis zur Festigkeitsklasse S700, wie zum Beispiel:

    • Großflächige Dachkonstruktionen von Versammlungsstätten / Stadien
    • Gebäude mit mehr als 15 Geschossen
    • Geh- und Radwegbrücken
    • Straßenbrücken
    • Eisenbahnbrücken
    • Fliegende Bauten
    • Türme und Maste wie z.B. Antennentragwerke
    • Kranbahnen
    • Zylindrische Türme wie z.B. Stahlschornsteine

  4. Ausführungsklasse EXC4
    Hierunter fallen alle Bauteile oder Tragwerke der Ausführungsklasse EXC 3 mit extremen Versagensfolgen für Menschen und Umwelt, wie zum Beispiel:

    • Straßenbrücken und Eisenbahnbrücken (siehe DIN EN 1991-1-7) über dicht besiedeltem Gebiet oder über Industrieanlagen mit hohem Gefährdungspotenzial
    • Sicherheitsbehälter in Kernkraftwerken

Anforderungen an schweisstechnische Betriebe

Neben der fachlichen Qualifikation des Personals sind qualifizierte Schweißverfahren und die erforderliche technische Ausstattung nachzuweisen, um bauaufsichtlich relevante Aufträge durchführen und an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen zu können.

Die Auditierung der Betriebe erfolgt durch einen externen Prüfer oder eine Prüfstelle wie z. B. GSI-SLV, TÜV oder DEKRA. Neben Einzelprüfungen sind nach EN 1090 auch Standardschweißverfahren zertifizierbar.

Eine wesentliche Voraussetzung, die für eine solche Zertifizierung erfüllt werden muss, ist die Werkseigene Produktionskontrolle (WPK). Die WPK umfasst alle wichtigen Prozesse der Herstellung von Stahl- und Aluminiumkonstruktionen, von der Bemessung, dem Einkauf, über den Korrosionsschutz bis hin zur Montage.

Im Ergebnis entsteht eine ständige, eigenverantwortliche Produktionsüberwachung durch den Hersteller.

5 Schritte zu Ihrem Erfolg

  1. Vorplanung
    Abbildung Ihres theoretischen Betriebsprozessablaufs vom Einkauf bis zum Versand. Ziel ist, entlang der Wertschöpfung in Ihrem Betrieb die Qualität nachweisen zu können. Einschlägige Hilfsmittel, wie Checklisten oder Handbücher, erhalten Sie auf dem Markt.

  2. Mitarbeiterqualifizierung
    Auch die Qualifikation und Ausbildung des einzelnen Mitarbeiters und der Schweißaufsichtsperson müssen Sie - je nach Art des herzustellenden Bauteils und entsprechender Ausführungsklasse - nachweisen. Eventuell sind dafür weitere Schulungen notwendig.

  3. Die Werkseigene Produktionskontrolle (WPK)
    Zur Sicherstellung der definierten Ergebnisse müssen Sie für Arbeitsschritte in der Produktion schriftliche Nachweise anfertigen - in einer Form, dass die Einhaltung auch jederzeit überprüft werden kann. Dies gilt insbesondere für die Schweißarbeiten, denn hier benötigen Sie für jede einzelne Schweißnaht ab der Ausführungsklasse EXC2 eine schriftliche Schweißanweisung (WPS - Welding Procedure Specification).

  4. Qualifizierung der Schweißverfahren
    Im Rahmen der DIN EN 1090 müssen Sie ab EXC 2 alle Schweißverfahren qualifizieren lassen. Diese Qualifizierung kann abhängig von der EXC auf Basis verschiedener Normen erfolgen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

5. Erstellung der Schweißanweisungen
Damit sind wesentliche Voraussetzungen für das Audit und die Erstzertifizierung nach    DIN EN 1090 erfüllt.

Die Lösung: das Lorch WPS-Paket

In dem für die jeweilige Gerätebaureihe erhältlichen WPS-Paket sind sämtliche für einen normalen Einsatz notwendigen Schweißanweisungen – von der GSI-SLV Fellbach zertifiziert – enthalten und können im Rahmen der DIN EN 15612 für den eigenen Schweißbetrieb eingesetzt werden.

Abgedeckt werden MIG-MAG Standard, MIG-MAG Puls, das produktive SpeedPulse-Verfahren sowie SpeedUp für schnelles, einfaches Steignahtschweißen – und damit der allergrößte Teil der Standardanforderungen Ihres Betriebes.

Alle zertifizierten Standardschweißverfahren mit allen relevanten Schweißanweisungen, gültig für die Lorch P-Synergic-, Lorch S-, Lorch S-SpeedPulse- & Lorch MicorMIG-Serie.

Wichtig: Grundsätzlich gilt die Anerkennung von Standardschweißverfahren gem. DIN EN ISO 15612 im Kontext der DIN EN 1090-2 nur in der Ausführungsklasse EXC2 und für Stahlsorten bis zu einer Streckgrenze von 355 N/mm², die manuell oder teilmechanisch verschweißt werden. Höhere Ausführungsklassen, Stähle mit höheren Streckgrenzen und vollmechanisierte bzw. automatisierte Lichtbogenschweißanwendungen bedürfen immer einer Qualifizierung gem. DIN EN ISO 15614 bzw. 15613!

Genauso wichtig: Sofern Sie auf der Basis von Standardschweißverfahrensprüfungen arbeiten möchten, verwenden Sie für Ihre Lorch Geräte ausschließlich die durch uns zur Verfügung gestellten WPS-Pakete.

Die DIN EN ISO 15612 wie auch das vom DVS und ZVEI herausgegebene Merkblatt zur Übertragbarkeit von Standardschweißverfahrensprüfungen beschreiben, dass eine qualifizierte Schweißanweisung nur auf Stromquellen übertragen werden kann, die elektrisch und mechanisch vergleichbar sind mit denjenigen Geräten, anhand derer die Schweißanweisung qualifiziert wurde. Verfahrensprüfungen müssen gerätespezifisch sein, ansonsten müssen Sie mindestens die elektrische Vergleichbarkeit bei Anwendung anderer Geräte nachweisen. In einem solchen Fall liegt die Verantwortung des Nachweises also beim Anwender; d.h., Sie wären in der Pflicht, z.B. gegenüber einem Auditor die Vergleichbarkeit nachzuweisen.

Als Besitzer eines Lorch WPS-Pakets können Sie die kompletten WPQR-Prüfdokumentationen der Schweißanweisungen aus der WPS-Mappe auch online einsehen. Einen Demo-Login sowie der normale Login-Bereich finden Sie auf unserem WPS-Portal.

Die perfekte Ergänzung: Lorch Q-Data

Die DIN EN 1090 erfordert in Abhängigkeit der EXC die stufengerechte Umsetzung der DIN EN 3834, in der es heißt, dass die wesentlichen Schweißparameter, wie z.B. Schweißstrom und Schweißspannung, überwacht werden müssen. Lorch Q-Data ist ein System, welches die Dokumentation dieser relevanten Prozessgrößen ganz einfach macht. Pro Maschine ein Recorder mit einer Speicherkapazität, die Sie mindestens einen ganzen Monat lang schweißen lässt. Dazu eine Software, die Ihren kompletten Schweißbetrieb abbildet. Und eine Datenübertragung zum PC, wahlweise per USB, per Ethernet oder kabellos per WLAN in Ihr Firmennetzwerk.

Damit bekommen Sie mehr Transparenz in Ihre Produktion bzw. in Ihren Schweißbetrieb und können im Detail analysieren und kontrollieren, ob gemäß Ihrer betrieblichen Schweißvorgaben geschweißt wurde.

Das Lorch Kalibriersystem

Darüber hinaus fordert die DIN EN 1090-1, dass Mess- und Prüfeinrichtungen, die einen Einfluss auf die Konformität der Bauteile haben, zu kalibrieren sind. Auch dafür haben wir eine smarte Lösung.

Kontakt

Lorch Schweißtechnik GmbH
Im Anwänder 24 – 26
71549 Auenwald
Germany

info(at)lorch.eu

T +49 7191 503-0
F +49 7191 503-199

Vertriebspartnersuche